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Alter von Hunden

Wie hoch ist bei Hunden die Lebenserwartung?

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Lebenserwartung von Hunden

Du hast einen treuen, vierbeinigen Freund an deiner Seite, den du nicht mehr missen möchtest. Da kommt natürlich die Frage auf, wie hoch bei deinem Hund die Lebenserwartung ist. Einige Hunde erreichen ein Alter von 20 und mehr Jahren, andere Rassen sterben schon mit acht bis neun Jahren. Wodurch aber wird bei deinem Hund die Lebenserwartung beeinflusst? Kannst du etwas tun, um ihm viele glückliche Hundejahre zu schenken?

Bei Hunden liegt die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen zehn und 16 Jahren. Dabei handelt es sich aber nur um statistische Tabellen. Äußere Einflüsse wie Bewegung und Ernährung spielen neben den genetischen Voraussetzungen eine große Rolle.

Die Größe der Hunde und ihre Lebenserwartung

  • Kleine Rassen bis 15 Kilogramm Körpergewicht: 16 bis 18 Jahre
  • Mittlere Rassen bis 25 Kilogramm Körpergewicht: 14 bis 16 Jahre
  • große Rassen bis 45 Kilogramm Körpergewicht: 10 bis 14 Jahre
  • Riesenrassen bis 80 Kilogramm Körpergewicht: 8 bis 10 Jahre

Du siehst, große Hunde haben eine geringere Lebenserwartung als kleine Hunde.

Warum erreichen große Hunde ein geringeres Lebensalter?

Eigentlich leben große Tiere in der Natur länger. Sie haben weniger Feinde und guten Zugang zu Ressourcen. Bie den Hunden ist das nicht der Fall. In einer Studie an der Universität Göttingen konnte nachgewiesen werden, dass der Körper von großen Hunden einem schnelleren Alterungsprozess unterworfen ist. Die schnelle Zunahme der Körpergröße hängt mit einem schnellen Zellwachstum zusammen. Die Zellen teilen sich häufig und altern schneller. Durch die rasche Teilung kann der genetische Code fehlerhaft sein. Die Zellen beginnen zu wuchern. Tumoren bilden sich. Deshalb haben die großen Rassen ein höheres Risiko an Krebs zu erkranken.

Ist die Lebenserwartung bei Mischlingen größer?

Hier bestehen große individuelle Unterschiede. Meistens werden Mischlinge älter als Rassehunde. Werden aber von beiden Elternkrankheiten Erbkrankheiten vererbt, kann bei diesen Hunden die Lebenserwartung wesentlich kürzer sein.

Wie können Hundejahre in Menschenjahre umgerechnet werden?

Früher wurde für die Umrechnung der Hundejahre in Menschenjahre eine einfache Formel angewendet. Die Hundejahre wurden mit sieben multipliziert. Das Ergebnis sollte den Menschenjahren entsprechen. Heute ist bekannt, dass diese Formel zu ungenau ist. Heute setzt sich die Berechnung der Lebenserwartung aus der Körpergröße, der Hunderasse und den Lebensjahren zusammen. Die Studie wurde bis jetzt nur mit der Rasse Labrador Retriever durchgeführt. Für andere Hunderassen muss noch untersucht werden, ob es bei der Formel zu Abweichungen kommt.

Neue Berechnung für die Lebenserwartung von Hunden

Für die Berechnung des Alters deines Hundes benötigst du einen Taschenrechner. Die Formel lautet:
Menschenalter=16xln(Hundealter)+31
Das ln in der Formel steht für den natürlichen Logarithmus.
Dazu ein Beispiel:
Dein Hund ist 8 Jahre alt. Dann berechnest du sein Lebensalter so:
Menschenalter=16xln8+31
Menschenalter=16×2,079+31
Dein Hund ist 64,26 Menschenjahre alt.

Durchschnittlich kannst du von folgenden Werten für Hundejahre ausgehen:

Bei kleinen Rassen entspricht das erste Lebensjahr ungefähr 15 Menschenjahren. Für jedes weitere Hundejahr müssen vier Jahre dazugezählt werden.

Mittelgroße Rassen altern im ersten Jahr langsamer. Das erste Lebensjahr entspricht zehn Menschenjahren, jedes weitere Jahr sechs Menschenjahren.

Bei großen Rassen wird das erste Jahr mit acht Menschenjahren festgesetzt. Für jedes weitere Jahr musst du neun Menschenjahre dazuzählen.

Du siehst, dass die Alterung der Hunde nicht linear verläuft. Die Vierbeiner altern im ersten Jahr sehr schnell. Dieser Umstand hängt auch mit dem schnellen Wachstum zusammen. In den folgenden Jahren findet der Alterungsprozeß langsamer statt.

Mit diesen Richtwerten kannst du gut einschätzen, wann dein Hund ein Senior ist und besondere Pflege benötigt.

Woran erkennst du, dass dein Hund ein hohes Alter hat?

Wie beim Menschen treten auch bei deinem Hund im Alter äußerliche Veränderungen und Veränderungen des Verhaltens auf.

  • Der Gehörsinn lässt nach
  • Durch eine Linsentrübung wird der Sehsinn schlechter
  • Die Muskulatur baut sich ab
  • Die körperliche Kraft und Ausdauer deines Hundes lassen nach
  • Dein Hund schläft mehr
  • Die Konzentration lässt nach
  • Dein Hund braucht länger, um eine neue Übung zu lernen
  • Dein Hund geht bei kaltem und nassem Wetter nicht mehr so gern spazieren
  • Die Haare an der Schnauze werden weiß
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Beeinflusst das Geschlecht deines Hundes die Lebenserwartung?

Hündinnen leben im Durchschnitt sechs Monate länger als Rüden. Verantwortlich dafür ist das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Östrogen schützt das Herz und die Blutgefäße und reguliert den Stoffwechsel. Das Geschlechtshormon fördert auch die Wirkung des Immunsystems. Die Zellen altern langsamer. Bei Rüden wird der Alterungsprozess durch Testosteron, ein männliches Geschlechtshormon beschleunigt. Wird ein Rüde kastriert, gleicht sich seine Lebenserwartung an die eines weiblichen Tieres an.

Da durch die Kastration auch das Risiko für die Entstehung einiger Tumoren sinkt, erhöht der Eingriff die Lebenserwartung des Hundes um durchschnittlich zwei Jahre.

Die Lebenserwartung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst

Die Lebensweise deines Hundes beeinflusst seine Lebenserwartung. Durch regelmäßige Untersuchungen bei einem Tierarzt kannst du die Gesundheit deines Hundes bis ins hohe Alter erhalten.

Einschränkungen der Organfunktionen verkürzen bei deinem Hund die Lebenserwartung

Hunde, die an einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, können Schadstoffe nicht mehr gut ausscheiden. Die Stoffwechselendprodukte sammeln sich im Körper an und verursachen eine Schädigung und schnellere Alterung der Zellen.

Übergewichtige Hunde lagern in die Leber Fett ein. Die Funktion der Leber als Ausscheidungsorgan ist stark beeinträchtigt.

Generell besitzen Hunde, die an chronischen Erkrankungen leiden, eine kürzere Lebenserwartung als gesunde Hunde.

Mangelnde Bewegung verkürzt bei Hunden die Lebenserwartung

Bewegung ist Leben. Dieser Satz gilt auch für Hunde. Werden die Vierbeiner nicht körperlich gefordert, bildet sich die Muskulatur zurück. Übergewicht und darauf folgende Zivilisationskrankheiten wie Diabetes (Zuckerkrankheit) oder Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße sind die Folge. Arthrosen verursachen deinem Hund Schmerzen bei der Bewegung. Er altert schneller.

Mangelnde geistige Beschäftigung senkt bei deinem Hund die Lebenserwartung

Hunde benötigen für ein glückliches Hundeleben soziale Kontakte mit Artgenossen und geistige Beschääftigung. Darf dein Vierbeiner nur immer einen gewohnten kurzen Spazierweg laufen, stellt sich schnell Langeweile ein. Hunde, die an einem Bore Out Syndrom leiden, kannst du schon von Weitem erkennen. Sie trotten mit gesenktem Kopf neben ihrem Halter her und schenken der Umgebung keine Aufmerksamkeit mehr. Ihre natürliche Neugierde ist erloschen.

Schlechte Ernährung lässt deinen Hund schneller altern

Minderwertiges Hundefutter besteht fast nur aus pflanzlichem Eiweiß, Fett und Zucker. Dein Hund kann die Nährstoffe nur zum kleinen Teil verwerten. Wichtiges tierisches Eiweiß für den Aufbau der Muskulatur und hochwertige Fettsäuren stehen ihm nicht zur Verfügung. Durch einen zu geringen Gehalt an Spurenelementen ist der Zellstoffwechsel gestört. Die Zellen und damit dein Hund altern schnell. Minderwertiges Futter führt bei den meisten Hunden zu Übergewicht.

Wie kannst du die Lebenserwartung deines Hundes erhöhen?

An erster Stelle steht natürlich die Möglichkeit für deinen Hund ein artgerechtes und möglichst natürliches Hundeleben zu führen. Durch weitere Maßnahmen gelingt es dir, deinen Hund im Alter gesund zu erhalten und seine Lebenserwartung zu steigern.

Eine gesunde Ernährung ermöglicht viele glückliche Hundejahre

Biete deinem Hund Abwechslung in seinem Speiseplan. Füttere hochwertiges tierisches Eiweiß und vermeide Futtermittel, in denen Zucker oder viel Getreide enthalten ist. Die Zähne eines Senior-Hundes sind meistens abgenützt. Der Geruchssinn kann beeinträchtigt sein. Deshalb sollte das Gebiss deines alten Hundes regelmäßig von einem Tierarzt kontrolliert werden. Achte auf schmackhaftes Futter, das für deinen Hund gut riecht. Hat dein Senior bereits leichte Probleme mit der Verdauung, sollte das Hundefutter wenig Fett und leicht verdauliches, hochwertiges Eiweiß enthalten.

Bewegung hält deinen Hund auch im Alter fit

Auch wenn dein Hund sich nicht mehr so ausdauernd und schnell bewegt wie früher, sollte er trotzdem regelmäßig Spaziergänge unternehmen. Achte darauf, dass dein alter Hund kein Übergewicht entwicklet. Da das Fell oft nicht mehr so dicht ist, kannst du ihn bei Kälte und Nässe mit einem Mantel schützen.

Soziale Kontakte mit Artgenossen fördern die geistige Beweglichkeit

Regelmäßiger Kontakt mit anderen Hunden hält deinen Senior geistig und körperlich fit. Dein Hund spielt sicher auch in hohem Alter noch gerne mit anderen Hunden, auch wenn er in seinen Bewegungen langsamer geworden ist. Ist er einmal krank oder fühlt sich nicht wohl, kannst du an diesem Tag eine gelbe Schleife an seiner Leine oder seinem Brustgeschirr anbringen. Die gelbe Schleife (Gelber Hund) weist andere Hundebesitzer darauf hin, dass dein Hund Abstand braucht.

Vermeide Stress

Stress ist Gift für deinen Hund. Durch ständigen Stress wird das Immunsystem unterdrückt, dein Hund ist anfälliger für Krankheiten. Der Stress verursacht chronische Entzündungen im Körper, die die Zellalterung beschleunigen. Dabei wird Stress nicht immer nur durch ungewohnte Situationen oder laute Geräusche verursacht. Zigarettenrauch, Streitigkeiten und mangelnde Zuwendung bedeuten für deinen Hund ebenfalls Stress.

Vorsorgeuntersuchungen verhelfen deinem Hund zu einer hohen Lebenserwartung

Ab dem sechsten oder zehnten Lebensjahr solltest du deinen Hund für einen jährlichen Check einem Tierarzt vorstellen. Dabei werden die Organfunktionen durch eine Blutuntersuchung überprüft. Rassen, die zu Erkrankungen des Herzens neigen, benötigen zusätzlich einen Ultraschall. Wird eine altersbedingte Erkrankung frühzeitig erkannt, kann durch Medikamente die Lebenserwartung deines Hundes deutlich erhöht werden.