Checkliste Hundekauf: Was musst du beachten - Züchter.de

Checkliste Hundekauf: Was musst du beachten

Checkliste Hundekauf: wichtige Punkte, die jeder Hundekäufer beachten sollte!

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Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen. (Friedrich II.)

Der Hund ist ein Lebewesen, welches einer täglichen Pflege bedarf. Den korrekten Umgang gemeinsam mit seinem besten Freund zu erlernen, ist die spannendste Aufgabe, dieser sich gegenseitig ergänzenden Tier/Mensch Beziehung. Wie ich mich dem Hund gegenüber verhalte, ist letzten Endes ausschlaggebend für die wesenstypischen Ausprägungen und der Charakterbildung deines Vierbeiners. Das Tier bedarf der gleichen Aufmerksamkeit, wie es z.B. bei einer zwischenmenschlichen Beziehung der Fall ist. Dies heißt jedoch nicht, das Tier zu vermenschlichen, sondern seine Aufgaben und Pflichten als guter Hundefreund gewissenhaft zu erfüllen. In diesem Zusammenhang ist es zunächst zweitrangig, welcher Hunderasse der vierbeinige Hausneuling entspricht. Vielmehr werden sogar einige Listenhunde von der Tierschutzorganisation ASPCA als äußerst sanftmütig und intelligent beschrieben. Es sollte jedoch jedem klar sein, dass sich ein Hund von der Größe eines Bernhardiners kaum in einer Einraumwohnung halten lässt. Was solltest du als Hundekäufer demnach beim Hundekauf beachten?

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Ein Hund benötigt sehr viel Zeit, Liebe und Zuwendung. Neben den erzieherischen Maßnahmen, die dem Hund in den ersten Lebensmonaten sanft und dennoch energisch beigebracht werden sollten, ist es zunächst das eigene Verantwortungsbewusstsein, welches täglich hinterfragt werden muss. Um dem neuen Familienmitglied gerecht zu werden, ist es somit im Vorfeld nötig, sich Gedanken über etwaige Mehrkosten, den zur Verfügung stehenden Platz oder der zur Verfügung stehenden Zeit zu machen. Die erste Frage, welcher sich jeder verantwortungsbewusste Mensch stellen sollte, lautet: Bin ich bereit Verantwortung zu übernehmen? Sollte dies der Fall sein und das Tier nicht ein Ersatz vorübergehender Laune oder Missstimmungen sein, wäre diese Frage zunächst erst einmal geklärt.

Genauso wie der Mensch besitzen auch Hunde individuelle Eigenschaften und Charaktere, die sich selbst innerhalb einer Rasse stark voneinander unterscheiden können. Während einige Wesenszüge angeboren sind, werden andere entsprechend antrainiert. Der Charakter des Hundebesitzers spiegelt sich oftmals im Tier selbst wider, was William Faulkner zu folgendem Sinnspruch verleitete: Ob ein Mensch gut ist, erkennt man zuallererst an seinem Hund und seiner Katze. In diesem Sinne wäre es verantwortungsvoll dem Tier gegenüber, zunächst herauszufinden, welche Hunderasse zu meinem Umfeld, Vorlieben und Verhalten, also zu mir selbst passt. Ein Förster oder Jäger wird den zuvor erwähnten Kriterien entsprechend zu einem Jagdhund greifen, wohingegen der Schäfer einen Hütehund bevorzugt. Familien dagegen bevorzugen familientaugliche Hunde, die kinderlieb und sanft sind.

Während in einer Mietwohnung oftmals eine Haltungserlaubnis erforderlich ist, stellt sich in einem Haus oder der Eigentumswohnung ausschließlich die Frage nach dem zur Verfügung stehenden Platz. Zwar sollte dieser bei einem Grundstück mit Haus gegeben sein, dennoch gilt es, das zukünftige Tierzuhause hundefest zu machen. Dies bedeutet sowohl einen Trinkwasser- und Futternapf zu besorgen, als sich auch mit den Fütterungsgewohnheiten eines Hundes auseinanderzusetzen. Die oftmals aktiveren Kleinhunde benötigen mehrmals Futter, ein großer Hund hingegen nur zweimal am Tag. Außerdem können durch Überzüchtungen Unverträglichkeiten und Allergien selbst bei Hunden vorkommen, was zuvor ermittelt werden sollte. Des Weiteren ist es notwendig etwaige Kosten für Tierarztbesuche, Tiergesundheitsbestätigungen und ähnliches stets mit einzukalkulieren, sodass die Kosten einer Hundehaltung stets im Auge behalten werden sollten. Beim EU-Übertritt muss der Hund zudem eine Tiergesundheitsbestätigung vorweisen, Microchip gekennzeichnet sein und über einen EU-Heimtierausweis verfügen. Im Vorfeld solltest du dir bereits Gedanken darüber machen, was du mit dem Hund machst, wenn du in den Urlaub fährst.

Wo sollte ich meinen Hund bzw. Welpen kaufen?

Der illegale Welpenhandel ist zu einem Markt geworden, der sich extrem lukrativ gestaltet. Die Profiteure dieses Schwarzhandels stammen hauptsächlich aus den Ländern Slowakei und Ungarn, welche die Tiere über verschiedene Handelskanäle versuchen, hierzulande sprichwörtlich an den Mann zu bringen. Schlupflöcher in der Gesetzgebung sowie die Kosten eines Rassehundes befeuern dieses Unterfangen nochmals. Es ist außerdem überhaupt nicht ratsam, aufgrund zunächst gering erscheinender Anschaffungskosten, dieses Risiko einzugehen. Neben gefälschten Papieren, einem unzureichendem Gesundheitscheck und einem mangelndem Impfschutz sind die Tiere zudem oft traumatisiert. Diese Traumata sind das Ergebnis eines beengten und unter Medikamenteneinfluss stattfindenden Tiertransportes. Die seelische Veranlagung kann hier schon stark geschädigt sein, sodass du definitiv vor solcherlei Käufen zurückschrecken solltest.

Die oftmals durch mehrere Transitländer geschleusten Rassehunde stammen aus osteuropäischen Massenzuchtanlagen, wo sie bereits schwere Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Körperliche Defizite sowie ein kaum berechenbares Tier sind die Folge dieses illegalen Welpenhandels, der oftmals zudem schwer durchschaubar ist. Die Tatsache, dass die Händler auf Veterinärmediziner zurückgreifen, welche mit ihnen zusammenarbeiten, erschwert die ganze Sache. Die Frage steht somit im Raum, wie du einen sicheren Hundeverkäufer erkennst.

Der sichere Hundekauf, eine Check-up Liste

Bereits die Tatsache, dass rund 52 Prozent der transportierten Welpen eines illegalen Transportes krank sind, sollte auch dir, dem zukünftigen Hundehalter, zu denken geben. So muss gerade bei Onlinekäufen besondere Sorgfalt geboten werden. Hier wurde festgestellt, dass statistisch nur einer von sechs Welpen das halbe Lebensjahr erreicht. Wohlgemerkt ist das noch das Jungtieralter. Insofern gilt: Vorsicht beim Onlinehandel! Es sollten stets die Rezensionen und Bewertungen des Onlinehändlers nachvollziehbar und korrekt angegeben sein.

In erster Linie gilt es, auf sein Bauchgefühl zu hören. Zwielichtigen Geschäften sollte man entsprechend sofort entgegenwirken. Wird der Hund online zu einem Schnäppchenpreis angeboten oder soll der Verkauf aus einem Kofferraum heraus stattfinden, ist dringend von dem Kauf abzuraten. Demzufolge gilt: Vorsicht bei Schnäppchenpreisen sowie Kofferraumverkäufen!

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Fehlerhafte Papiere sowie eine Preisverzerrung kannst du durch vorherige Information umgehen. Über den üblichen Marktpreis eines Rassehundes hinaus ist es ratsam, sich auch über das Aussehen deines zukünftigen vierbeinigen Freundes zu informieren. In Deutschland beträgt das Mindestalter für den Verkauf eines Welpen 8 Wochen. Wenn der Hund aus einem EU-Mitgliedsstaat kommt, muss das Alter 12 Wochen entsprechen. Zweifel an dem Hundealter ist ein weiteres Indiz vom Kauf zurückzutreten. Ein seriöser Hundezüchter stellt dir alle Informationen zur Verfügung, die du benötigst. Neben einer Besichtigung des Hundezwingers, um die Aufzuchtbedingungen zu überprüfen, werden dir als möglichen Hundekäufer ebenfalls die Elterntiere im Vorfeld vorgestellt. Eine freundliche und seriöse Internetadresse sowie ein kontaktfreudiges Gespräch über alle Fragen der Aufzucht gehen zumeist ebenfalls von der Gegenseite aus. Ein seriöser Züchter möchte, dass es seinen Hunden gut geht. Außerdem wird beim seriösen Hundekauf ein Kaufvertrag abgeschlossen.

Ist es ratsam, einen Hund aus dem Tierheim zu holen?

Es gibt auch zwielichtige Tierheime und Tierschutzorganisationen, die zunächst einer sorgfältigen Überprüfung unterzogen werden sollten. Hier kann ebenfalls der Internetauftritt zunächst sehr gute Informationen liefern. Um gewissermaßen vorab die Spreu vom Weizen zu trennen, wird dich jede Tierschutzorganisation bzw. das Tierheim nach deinem Alter fragen. Tiere dürfen hier nur volljährig erworben werden, da ein Vertragsabschluss getätigt wird. Du solltest außerdem wissen, dass in einem Tierheim kein Kaufvertrag abgeschlossen wird, sondern ein Überlassungs- und Übergabevertrag. Jedes verantwortungsbewusste Tierheim wird sich somit Informationen über deine Wohnsituation einholen.

Da ausgesetzte Tiere, die zumeist in einem Tierheim anzutreffen sind, eine Verwahrfrist besitzen, ist vor dem Kauf die Herkunft des Tieres etc. zu erfragen. Sollte der vorherige Besitzer sein Tier zurückfordern, so ist dies nur innerhalb dieser Frist möglich. Es gilt bei Tierschutzvereinen und Tierheimen ebenfalls auf einschlägig bekannte Organisationen zurückzugreifen, dann ist man immer auf der sicheren Seiten.